Zu den nachwachsenden Rohstoffen, die für nachhaltiges Bauen in Deutschland eingesetzt werden können, gehören insbesondere die Materialien Holz, Lehm und Stroh. ‹Während Holz bereits eine etablierte Bauweise darstellt, gilt es im Hinblick auf die Verwendung von Lehm und Stroh als tragende Bauteile noch einige Herausforderungen zu bewältigen, um eine breitere Verwendung dieser Werkstoffe zu ermöglichen›, sagt Jörg Schänzlin, Leiter des Instituts für Holzbau an der HBC.
Die Stiftungsprofessur soll in diesem Zusammenhang Fortschritte erzielen helfen und die spätere baurechtliche Erfassung dieser Materialien unterstützen. Konkret gehe es um die Bestimmung des Trag- und Verformungsverhalten sowie um Fragen der Standsicherheit, so Schänzlin. ‹Ziel ist, dass sich Lehm und Stroh mittelfristig als echte Alternativen zu den herkömmlichen Werkstoffen wie Stahlbeton und Mauerwerk etablieren können.›
Interdisziplinäre Ausrichtung
Damit wolle die HBC einen relevanten Beitrag leisten, um Bauen wieder in umweltverträgliche Grenzen zu führen. Dabei gehe es insbesondere um die Reduktion von CO2-Emissionen sowie Abfallmengen. Aufbauend auf dieser Forschung sollen die zu untersuchenden Materialien mittelfristig ausgeweitet werden, etwa auf Weidengewächse, Heu, Flachs oder Pilzmyzel, so Schänzlin.
Die Stiftungsprofessur soll fächerübergreifend aufgestellt werden und die nachhaltige Verwendung von Werkstoffen im Bauwesen aus Sicht der Architektur, des Bauingenieurwesens und des Projektmanagements untersuchen. ‹Wir freuen uns auf Bewerbungen von Expertinnen und Experten, die Interesse an einem interdisziplinären Forschungsumfeld haben›, sagt Heike Frühwirth, Prorektorin für Forschung, Transfer und Kooperationen an der HBC.
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